— fraufrank

she: why do you kiss me?
he: i´m done talking!

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Sie hatte mich geküsst. Erst auf die linke, dann auch auf die recht Wange. Eine zarte Berührung, das schüchterne, verträumte Hinhauchen einer intimen Geste – zumindest ist sie das für mich noch bis heute, auch wenn es durchaus üblich ist, diese Begrüßungsformal auch an Fremden zu verwenden. Wir hatten uns jahrelang nicht gesehen, obwohl wir im gleichen Kiez wohnen, quasi Tür an Tür, wenn man die Größe der Stadt als Maßstab nimmt. Wir nutzen die gleiche Infrastruktur, den gleichen Bus, das Café, den Weinladen und offensichtlich auch den gleichen asiatischen Tante Emma Laden, in dem wir nun unvermittelt aufeinander getroffen waren. Es war lange her und es hätte viel zu sagen gegeben. Davon, was die letzten Jahre geschehen war, wie sich das Leben des Anderen entwickelt, welche Perspektiven sich ergeben hatten. Da war doch einst eine gemeinsame Basis gewesen, eine leidenschaftliche Verbindung, lange her zwar, aber doch wichtig genug, dass der Faden noch nicht gerissen war. Von diesen wichtigen Momenten, liegen sie auch lange zurück, bleibt doch etwas übrig, das man am Leben halten kann und sei es auch nur durch eine noch so kleine und verborgene Geste, durch die Andeutung eines Lächelns oder das Aufleuchten im Gesicht des Anderen.
Als ich ihr zuschaute – sie zahlte Bar und steckte die wenigen Einkäufe hastig in eine Tüte, bevor sie sich verabschiedete und aus dem Laden lief – und die Stille zwischen uns sich mehr und mehr ausbreitete, wurde mir klar, wie groß die Distanz zwischen Menschen wirklich sein kann. Vor allem dort, wo einst große Vertrautheit herrschte und man fassungslos auf den trennenden Ozean hinaus blickt. Einem Fremden hätte ich wesentlich näher kommen können, in diesen wenigen Minuten, die angefüllt waren von der Sprachlosigkeit zweier Menschen, die nicht einmal mehr den todsicheren Weg des Austauschs belangloser Floskeln gingen.
Es ist aus – nicht im Sinne einer beendeten Liebe, sondern im Sinne einer Kapitulation vor der eigenen Geschichte, dem unvermeidlichen Abbrechen von Beziehungen für neue Beziehungen, auch wenn es Momente gibt, in denen man fast glauben könnte, es zu bereuen.

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Bereits seit 20 Minuten steht die S-Bahn auf dem Gleis. Sie macht keine Anstalten weiterzufahren. Der Bahnsteig liegt verlassen im Neonlicht und auch die angrenzenden Abteile sind menschenleer. Frau Paul schwitzt. Eine unangenehme Hitze steigt in ihrem braunen Wintermantel auf. Sie öffnet die oberen Knöpfe und lockert den Schal, obwohl die Kälte unablässig durch die geöffneten Türen in das leere Abteil dringt. Der Kopf ihres Mannes ist auf die Brust gesunken und aus seiner Kehle dringt ein vertrautes Schnarchen, das meist in Zusammenhang mit großen Mengen Bier steht. Sie schaut hastig durch geöffnete Wagentüre hinaus in die Dunkelheit. Schon seit einigen Minuten hat sie das Gefühl, dass dort draußen auf dem Bahnsteig jemand steht und sie beobachtet. Vielleicht jemand den sie kennt? Aber so sehr sie sich auch müht von ihrem Platz etwas zu erkennen, es ist vergeblich. Frau Paul kneift die Augen zusammen. Im Schatten des Vordaches auf der anderen Seite des Bahnsteigs, schräg unterhalb der Neonbeleuchtung meint sie etwas im Halbdunkel zu erkennen. Eine Gestalt mit zum Gesicht erhobenen Händen, die bewegungslos in ihre Richtung starrt. Aber dort, wo ein Gesicht sein sollte, ist nichts. Nichts, außer der schwarzen, undurchdringlichen Dunkelheit. Im nächsten Moment ertönte eine Durchsage aus den Lautsprechern am Bahnsteig. Durch das Abteil geht ein Ruck und es ertönt ein durchdringender Signalton.

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Er: kriegen wir hin.
Sie: schön.

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Für Viele ist der Einlass das Ende eines viel zu kurzen Abends. Sie stehen auf dem schmalen Pfad entlang der Spree bis hinauf zur Brücke, spucken ins Wasser und rauchen. Viel gesprochen wird nicht. Nur reinkommen zählt. Sie haben von dem illegalen Club am Ufer gehört und wollen selber erleben, was dort abgeht. Aber die Tür ist unerbittlich: Zutritt nur für Eingeweihte und solche, denen der ganze Hype egal ist. Für Leute, die ungestört feiern wollen als bliebe nur noch diese eine Nacht. Und in zwei Jahren dann BWL oder Irrenhaus.

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There is more to come. soon.

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